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Mensch und Natur / Kursdetails

W1400 Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents

Beginn Mi., 17.11.2021, 19:00 - 22:00 Uhr
Kursgebühr 8,00 €
Dauer 1 Termin
Kursleitung Bartholomäus Grill
Seit 1980 versucht der mehrfach preisgekrönte Afrika-Korrespondent des SPIEGEL einen Kontinent zu verstehen, in dem Europa dreimal Platz finden würde. Ein Kontinent mit 1,3 Milliarden Einwohner*innen, von denen 60 Prozent jünger als 25 Jahre sind. Ein Kontinent, bestehend aus 55 Staaten, Tausenden von großen Völkern und kleinen Ethnien, Kulturen und Religionen mit über 2000 verschiedenen Sprachen. Ist es eine Anmaßung, Afrika verstehen zu wollen? Dann geht es vielleicht eher um Momentaufnahmen von einem rauen und sanften, brutalen und feinfühligen, niederschmetternden und beglückenden Erdteil.
Der Vortrag des großen Afrika-Freundes beginnt mit einer Bestandsaufnahme in Sachen Corona. Bis Redaktionsschluss hat sich das Virus in Afrika ganz anders verbreitet als in allen anderen Kontinenten: sehr viel langsamer und mit deutlich weniger Todesopfern als allgemein befürchtet und von den Regierungen mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen bekämpft, die in ihrer Bandbreite von brutal durchgesetzten Ausgangssperren bis zur Ablehnung der Coronatests reichten, weil mit ihnen angeblich sogar Papayas und Ziegen positiv getestet werden können. Ist Afrika wenigstens in der Corona-Krise noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen - und wie hat Corona Afrika trotzdem verändert?
Andere aktuelle Themen des Vortrags: Die Rückkehr der großen Autokraten, die gleichzeitig aber auch große Reformer mit wirtschaftlichen Erfolgen sein können. Oder der dramatisch wachsende Einfluss Chinas in Afrika, der andererseits zu den ersten Widerständen gegen einen "neuen Kolonialismus" führt. Es geht um unermessliche Rohstoffe und natürlich auch um die Angst Europas vor einer großen afrikanischen Flüchtlingswelle und um die Neuausrichtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Der große Afrikakenner setzt sich im Rahmen seiner Lesung auch mit unserem eigenen rassistischen Erbe auseinander. Grill meint: Das kolonialistische Herrenmenschentum prägt nach wie vor unser Denken. Die Klischees von den "bedrohlichen Afrikanern" oder "hilflosen Entwicklungsländern" wirken fort, gerade in Zeiten von Epidemien, Flucht und Migration.

Zur Person
Bartholomäus Grill, 1954 in Oberaudorf am Inn geboren, studierte Philosophie, Soziologie und Kunstgeschichte. Vier Jahrzehnte lang hat er als Korrespondent der ZEIT und des SPIEGEL aus Afrika berichtet. 2006 wurde er für eine Reportage über den Tod seines Bruders mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet. Bei Siedler erschien sein Bestseller »Ach, Afrika« (2003), außerdem »Um uns die Toten« (2014) und zuletzt »Wir Herrenmenschen« (2019). Grill lebt in Kapstadt.
Sein neuestes Buch erscheint im September 2021 mit dem Titel "Afrika! Rückblicke in die Zukunft eines Kontinents".

In Kooperation mit Freundeskreis Bagamoyo e.V. und gefördert von Engagement Global aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.



Kursort

Antoniusschule, Aula

Antoniusstraße 5 - 7
59269 Beckum

Termine

Datum
17.11.2021
Uhrzeit
19:00 - 22:00 Uhr
Ort
Antoniusstraße 5 - 7, Antoniusschule, Aula